Anbau und Lage

Weinstöcke und Trauben gedeihen natürlich am besten, wenn optimale Wuchs- und Anbaubedingungen herrschen: Wesentliche Voraussetzungen sind daher die Lage des Weinbergs, der sorgfältige Anbau, die Bodenbeschaffenheit im Weinberg sowie die intensive Pflege der Trauben.

Die meisten Weinanbaugebiete erstrecken sich auf der nördlichen Erdhalbkugel zwischen dem 30. und 50. Breitengrad, auf der südlichen Erdhalbkugel dagegen zwischen dem 30. und 40. Diese Regionen nennen die Weinfachleute „Weltrebengürtel": Viele Sonnenstunden sorgen für ausreichend Licht und Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit sowie geringe Niederschlagsmengen für genau die richtige Bewässerung der Reben. Der Weinanbau an steilen Hanglagen in der Nähe von Küsten- oder Flussregionen trägt ebenfalls dazu bei, dass sich die Reben gut entwickeln können: Langsame, aber deutliche Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht aufgrund der Wärmespeicherung des Wassers und der Höhenlage der Berge sind wichtig, damit die Trauben genügend Aroma- und Extraktstoffe bilden können. Die Ausrichtung der Anbauflächen Richtung Süden bzw. Richtung Norden auf der südlichen Erdhalbkugel schenkt den Rebstöcken zudem eine ungehinderte und lang anhaltende Licht- und Sonneneinstrahlung und die mineralischen Böden sorgen für gute geologische Voraussetzungen zum Wachstum.

In Deutschland existieren übrigens jenseits des 40. und 50. Breitengrades auch noch andere Weinanbauregionen, z. B. an der Ahr, der Mosel oder am (Mittel-)Rhein. In diesen hervorragend geeigneten Hang- und Tallagen, auch ökologische Nischen genannt, finden Winzer ähnliche gute klimatische und geologische Bedingungen wie auf dem Weltrebengürtel. Aufgrund solcher Besonderheiten hat der Wein jeweils einen eigenständigen und typischen geschmacklichen Charakter, der von vielen Weinfachleuten geschätzt wird.